Wir fördern uns

Das Historikerinnennetzwerk entstand aus dem Bedürfnis heraus, Geschichtswissenschaftlerinnen* zu fördern und deren Arbeit sichtbarer zu machen. Genährt wurde dieses über viele Jahre gewachsene profunde Bedürfnis von der Erkenntnis verschiedener in diversen beruflichen Kontexten tätigen Historikerinnen*, dass das hehre Ziel der Chancengleichheit noch nicht erreicht ist.

Aufgrund der historisch gewachsenen Homosozialität, welche gesellschaftliche Dynamiken prägt, werden Frauen* weniger gefördert. Ein Umstand, der sich, wenn man die Zahlen in Bezug auf Kaderpositionen und Lehrstühle in Augenschein nimmt, nicht von alleine zu Gunsten der Frauen* verändern wird (Der Frauenanteil in der öffentlichen und privaten Forschung in der Schweiz liegt meist unter dem europäischen Durchschnitt; nicht einmal 25% der Professuren sind von Frauen* besetzt, Bundesamt für Statistik, Zahlen für 2015 oder She Figures für Zahlen 2018).

Diesen Umstand ändern wir nun selbst. Anstatt einem larmoyanten Duktus anheimzufallen, treten wir dieser Berufsrealität emanzipatorisch entgegen und bedienen uns ganz pragmatisch einer seit jeher erfolgreichen Strategie: des Netzwerks. Laut Iris Bohnet, Autorin von «What Works. Wie Verhaltensdesign die Gleichstellung revolutionieren kann», stellen Netzwerke ein Fördermittel dar, welches gerade für Frauen geeignet scheint, unter anderem weil weibliche Rollenmodelle in höheren Positionen so selten seien (Bohnet, 2016, S. 101f.).

Das Historikerinnennetzwerk ist eine Community von Frauen*, die voneinander profitieren und über das Netzwerk Kontakte knüpfen können, um so ihre Karriere erfolgreich voranzutreiben. Es soll mittels verschiedener Angebote (Mentoring, News, Blog, Bereitstellen relevanter und aktueller Forschung, Netzwerk-Lunch etc.) eine Plattform bieten, auf der Historikerinnen* ihre Arbeit sichtbar machen, ausbauen und diskutieren können. Aufgrund der «Leaky Pipeline» greifen viele klassische Förderinstrumente logischerweise erst weiter oben auf der Karriereleiter, weswegen es uns ein explizites Anliegen ist, künftige Historikerinnen* bereits während des Masterstudiums strategisch zu begleiten (Marie Heim-Vögtlin Beiträge unterstützten sowohl Doktorandinnen* als auch Post-Doktorandinnen* bis sie im Herbst 2017 zu PRIMA – Promoting Women in Academia – umgewandelt wurden und damit Frauen* auf Postdoc-Stufe unterstützen; AcademiaNet unterstützt Wissenschaftlerinnen* erst ab sehr hoher Qualifikationsstufe, etc.).